Ein Ei aufschlagen oder: Wie ich lernte, mutig zu sein.

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Ein Ei aufschlagen oder: Wie ich lernte, mutig zu sein

Heute morgen gab es zum sonntäglichen Frühstück mal wieder ein gekochtes Ei und ich erinnerte mich daran, wie ich anfing, mein Frühstücksei köpfen zu wollen, statt es einfach aufzuklopfen. Solange ich denken kann, hat mein Vater, immer wenn es zum Frühstück ein gekochtes Ei gab, dieses mit dem Messer aufgeschlagen oder besser gesagt: geköpft.

Schon als kleines Kind wollte ich es unbedingt auch so machen. Anfangs traute ich mich aber nicht, denn ich hatte Angst, ich zerschlage den Teller, haue mir auf die Finger, mache das Ei kaputt oder ich blamiere mich.

Mein Vater hat mich dann jedoch ermutigt und mir gezeigt, worauf es ankommt:

Als erstes musste ich das Ei so auf den Teller legen und festhalten, dass ich mit dem Messer gut treffen konnte.

Dann erklärte er mir, dass es entscheidend ist, mit genügend Schwung und ohne zu zögern mit dem Messer auf das Ei zu schlagen. Er erklärte mir, dass die Dynamik des Schlages dafür sorgt, dass das Messer die Schale des Eis durchdringt und dann den restlichen Weg schneidet.

Außerdem erklärte er mir, dass ich nicht zögern sollte, sondern entschlossen und zielstrebig mit einer gewissen Lockerheit einfach schlagen sollte. Er meinte auch, dass es ja auch nicht so schlimm sein, wenn es schief geht. Um mir das Üben zu erleichtern, schlug er vor, ich solle ein Holzbrett statt eines Tellers als Unterlage nehmen. Dann bräuchte ich keine Angst haben, den Teller zu zerschlagen.

Im Verlauf der nächsten Frühstücke, bei denen es ein gekochtes Ei gab, machte ich mich dran und übte. Ich durfte auch die Frühstückseier meiner Eltern aufschlagen, um mehr Übungsmaterial zu haben. Es dauerte gar nicht lange, und es gelang mir. Mit jedem Mal, bei dem ich ein Ei in die Hand nahm und mit dem Messer den köpfenden Schlag ausführte, wurde ich sicherer und mutiger. Denn ich machte unmittelbare Erfahrungen. Schlug ich anfangs zu zaghaft, bracht nur die Eierschale und das Ei wurde etwas zerdrückt. Ich merkte dann, das es etwas mehr Mut und Schlagkraft brauchte. Also probierte ich es stärker aus, was einige Male zu etwas heftigem Köpfen des Eis und Aufschlagen des Messers auf der Unterlage führte. So lernet ich einzuschätzen, wieviel Kraft und Geschwindigkeit das richtige Maß waren, um das ein Ei perfekt zu köpfen.

Warum erzähle ich hier so ausführlich davon?

Beim Nachsinnen über meine ersten Erfahrungen mit dem Eierköpfen wurde mir klar, dass dieses Erlebnis und die Unterstützung meines Vaters mir eine wertvolle Erfahrung bereitet haben. Ich glaube, es hat mich mutig gemacht. In dem einfachen Vorgang liegen außerdem viele wertvolle Lehren:

Es braucht ein Motiv: Wenn man etwas anstrebt, vielleicht auch, weil es ein Vorbild gibt und man diesem nacheifern will, gelingt einem Vieles leichter.

Nur die Handlung zählt: Man kann noch so oft fasziniert zuschauen, erst wenn man es selbst tut, kann es ein Ergebnis geben. Ein Vorbild kann einem helfen, denn es beweist ja, dass es möglich ist und man braucht es nur nachzuahmen, was es viel leichter macht.

Um handeln zu können, braucht es Wissen, Entschlossenheit und eine Dynamik. Es reicht meist nicht aus, nur einen Versuch zu unternehmen, sondern es braucht Zeit und Übung, um ein Meister zu werden. Wenn man jemanden an seiner Seite hat, der schon Erfahrung hat, gelingt es viel leichter, das Wissen zu erlangen und in die Handlung zu kommen.

Eine gewisse Risikobereitschaft ist notwendig, um ins Handeln zu kommen. Sicherlich gibt es Risiken, aber diese kann man anschauen, abwägen und ggf. durch ein paar einfache Maßnahmen mindern.

Mit jedem Versuch, ob erfolgreich oder nicht, nähert man sich dem Ziel ein wenig. Man macht Erfahrungen und kann diese auswerten und beim nächsten Mal anwenden.

An dieser Stelle möchte ich meine Ausführungen ausklingen lassen. Welche Themen hast du erlebt, die dir nützlich waren? Was hast du gelernt und warst dabei neugierig, mutig, risikobereit? Welche Vorbilder haben dich inspiriert? Kannst du deine heutigen Themen ebenso angehen?

Ich wünsche es dir und sage: „Lass es gelingen!“

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