Nein sagen will gelernt sein

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Lernen, „Nein“ zu sagen

Auch wenn es manchmal hart erscheinen mag, „Nein“ zu sagen, Nein-Sagen ist eines der wichtigen Prinzipien, um seine eigenen Ziele zu erreichen, mehr Glück und Zufriedenheit zu leben.

Ein „Nein“ kann auf sich selbst bezogen sein: Wenn man sich zum Beispiel einer Ablenkung widersetzt und einfach bei dem bleibt, was man sich vorgenommen hat. Also „Nein“ sagt zu etwas Außerplanmäßigem, einer Ablenkung, einer unnötigen Versuchung, einer schlechten Angewohnheit.

Ein „Nein“ fällt den meisten Menschen besonders schwer, wenn es auf andere bezogen ist. Wenn man zum Beispiel um Hilfe gebeten wird. Ein in unserer Gesellschaft verbreiteter Glaubenssatz ist, dass jemand, der anderen Bitten oder Hilfe abschlägt, „nicht gut ist“. Schließlich lehnt er ja etwas ab. Daraus resultiert ein schlechtes Gewissen und um das zu vermeiden sagen viele Menschen leichtfertig „Ja“, auch wenn sie eigentlich nicht wirklich Lust haben, einer Bitte nachzukommen. Das äußert sich dann darin, dass man sich nach solch einem leichtfertigen „Ja“ ärgert und sich fragt „Warum hast du dem nachgegeben, warum hast du nicht abgesagt, Nein gesagt“.

Hier erkennen wir unsere falsche Entscheidung, bereuen sie, in den wenigsten Fällen handeln wir aber so, dass diese Fehlentscheidung aufgehoben wird. Im Gegenteil, solche uns unangenehme Zusagen, die wir anderen gemacht haben, verführen uns dazu, die versprochene Leistung nicht zu erbringen, heraus zu zögeren, bis es nicht mehr anders geht, als die Zusage zu erfüllen. Durch dieses verzögerte Handeln verärgern wir diejenigen, denen wir „Ja“ gesagt haben und plagen uns selbst mit der Last, etwas leisten zu müssen, das wir eigentlich gar nicht leisten wollen.

Erfolgreiche Menschen wissen, wie wichtig es ist, auch „Nein“ zu sagen. Sie wissen auch, wie man ein „Nein“ verständlich macht und so keine Enttäuschung beim Gegenüber entsteht. Dabei nutzen sie in der Regel vier Prinzipien, wenn sie „Nein“ sagen:

  1. Das Bedürfnis des Fragestellers verstehen

    Kaum eine Bitte wird an uns herangetragen, ohne das es einen triftigen Grund dafür gibt. Es ist also ziemlich sicher, das der Fragesteller ein Bedürfnis hat, der geäußerte Wunsch einen hohen Stellenwert für den Fragesteller hat. Erfolgreiche Menschen nehmen sich die Zeit, zu verstehen, weshalb die Frage wichtig ist für die Person die fragt. So signalisieren sie in jedem Fall, dass das Bedürfnis der fragestellenden Person sie kümmert, auch wenn sie keine Zeit haben, um zu helfen. Die Wertschätzung gegenüber der fragenden Person und deren Bedürfnis wird sichtbar.

  2. Die eigenen Ziele und Absichten kennen

    Um eine Entscheidung zu treffen, ob man auf die Wünsche von anderen eingeht, oder nicht, ist es unabdingbar, dass man seine eigenen Vorstellungen, Ziele und Absichten genau kennt. Erst dann kann man beurteilen, welchen Stellenwert das Bedürfnis eines Fragestellers für einen selbst hat. Erfolgreiche Menschen verfolgen in der Regel diszipliniert ihre Ziele, es gibt klare Prioritäten und die werden strikt befolgt. So werden dann alle von außen herangetragene Fragen unter dem Aspekt betrachtet „Dient das meinen eigenen Zielen?“, "Bin ich in der gewillt, darauf einzugehen?". Man ist in der Lage, sofort „Nein" zu sagen, da man genau weiß, was man selbst vor hat und so vergeudet man auch keine Zeit und "eiert" nicht herum.

  3. Zeitnah entscheiden und reagieren

    Erfolgreiche Menschen warten nicht damit, Fragen um Hilfe zu beantworten, sie geben der fragenden Person zeitnah ein „Ja“ oder „Nein“. Das Geheimnis ist es, die Fragestellung so schnell wie möglich zu verstehen und in einen Kontext zu den eigenen Aufgaben und Möglichkeiten zu bringen. Jede Verzögerte Antwort, nur um nicht sofort „Nein“ sagen zu müssen, vergeudet nur die eigene und die Zeit des Fragestellers. Zeitnahe und klare Entscheidungen und Antworten führen zu Respekt und Toleranz, auch wenn die Absage unerwünscht ist.

  4. Transparenz

    Eine Absage ohne eine Begründung erweckt den Anschein von Härte und Gefühllosigkeit. Die fragende Person bekommt nicht das Gefühl, verstanden zu sein und bekommt ihrerseits keine Information, um selbst die Entscheidung zu verstehen. Ein „Warum“ klärt auf und macht Entscheidungen zu Absagen transparent und verständlich. Nur nett sein alleine reicht nicht, je größer die Transparenz für die Entscheidung, desto mehr wird die Botschaft ankommen, dass ein „Nein" nicht persönlich gemeint ist.

Um selbst erfolgreicher zu sein und auch „Nein-Sagen“ positiv praktizieren zu können, helfen also diese vier Richtlinien:

  • Verstehe den Fragesteller
  • Definiere deine eigenen Ziele
  • Antworte schnell
  • Erkläre deine Entscheidung

Diese vier Richtlinien kannst du dir leicht nutzbar machen: Nimm dir doch am besten gleich einen Zettel, und schreibe sie auf. Stecke den Zettel in dein Portemonnaie und dann warte auf die nächste Gelegenheit, zu üben. Dazu gehört zunächst einmal nur Achtsamkeit. Achte darauf, dass du Situationen erkennst, in denen du das Nein-Sagen praktiziert oder auch NICHT-praktiziert hast. Dann nimm den Zettel zur Hand und mache dir nochmals die vier Richtlinien klar. Spiele in Gedanken durch, wir du sie auf die erlebte Situation hättest anwenden können und versuche, dir dieses Verhalten zu merken.

Gelegenheit zum Üben haben die meisten Menschen in der Regel täglich. Worauf wartest du?!? Lass es gelingen!

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