Wer bin ich, was will ich und mit wem?

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Wer bin ich, was will ich und mit wem?

Für meine Arbeit als Coach steht eines besonders im Mittelpunkt:

Mit meiner Arbeit das zu tun, was mir besonders viel Freude bringt, das mich erfüllt und mit dem ich für das Leben von anderen Menschen etwas Positives tun kann.

Heute schreibe ich, um einige Denkanstöße zum Thema „Wer bin ich eigentlich und was will ich“ zu geben.

Ich selbst war mir einen großen Teil meines Lebens nicht wirklich klar über diese beiden Fragen. Und eigentlich geht es um drei Fragen, denn auch die Frage „Mit wem will ich meine Zeit verbringen“ gehört dazu.

Als Kind und Teenager waren mir diese Fragen nicht bewusst, aber instinktiv wusste ich, was ich wollte, mit wem ich meine Zeit verbringen wollte. Und besonders wusste ich, was ich nicht wollte:

Ein Schüler sein, der seine Zeit eingesperrt in der Schule verbringt, Hausaufgaben auf bekommt und Zeit mit Lehrern verbringen, die ich nicht mochte oder deren Themen mich nicht interessieren.

Aber in meiner Freizeit, da lernte ich gerne: Wie Dinge funktionieren, wie ich etwas bauen kann, aus Lego, Fischertechnik, Holz. Später, wie man fotografiert, Bilder vergößert, an Autos schraubt, damit sie wieder fahren und vieles mehr, denn ich war immer schon sehr neugierig.

Am meisten Spaß hatte ich, wenn ich meine Hobbies mit Freunden ausüben konnte. Oder einfach nur Zeit mit ihnen verbrachte, ausging, redete. Spaß hatte.

Etwa mit zwanzig und dem Einstieg ins Berufsleben begann die Zeit des „Geld verdienens“. Ich stieg ein in das Hamster-Rad: morgens früh aufstehen, zur Arbeit fahren und mich den ganzen Tag darum zu kümmern, die Erwartungen von anderen zu erfüllen, für ihre Projekte zu arbeiten, die Ziele, ihre Ziele zu erreichen.

Als ich meine eigene Firma gründete konnte ich mich immerhin endlich um meine Ziele kümmern. Und die meiner Kunden. Aber ich hatte meine wahren, inneren Ziele dabei nicht wirklich im Blick. Dieser „Zustand“ hielt ungefähr fünfzehn Jahre lang an.

Und ich verlor vollständig den Kontakt zu mir, zu dem, was ich am liebsten getan hätte. Zu den Menschen, mit denen ich eigentlich meine Zeit verbringen wollte.

Im Jahr 2000 erhielt ich dann meinen „Wake-Up-Call“. Es begann mit einer Erkältung, die ich verschleppte. Daraus wurde dann eine Lungen-Entzündung und eine Woche später musste ich mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden und mein Körper kämpfte ums Überleben.

Ich überlebte. Und es dauert mehr als drei Monate, um mich wieder zu erholen! Was ich erst damals erfuhr: Lungen-Entzündung gehört neben Herz-Infarkt zu den häufigsten Todes-Ursachen, an denen Menschen sterben.

Während der Zeit meiner Gesundung war ich gezwungen, alles langsam an zu gehen. Mit einer beeinträchtigten, nur halb funktionierenden Lunge, ist jede Art von Bewegung extrem anstrengend. In das erste Stockwerk meines Hauses zu kommen, kam mir vor wie die Besteigung eines hohen Berges. Und ich musste mich jedes Mal für längere Zeit ausruhen.

So kam es also, das plötzlich all die Dinge, die noch wenige Tage vor meiner Krankheit extrem wichtig waren, auf einmal völlig nebensächlich wurden. Ich war gezwungen, sie zu ignorieren. Und ich fand Zeit, über mich und mein Leben nach zu denken. Die Dinge, die ich tat und die Menschen, mit denen ich zu tun hatte.

Und auch über die Menschen, die ich vermisste, für die ich keine Zeit mehr gehabt hatte.

Und hier offenbart sich eine wundervolle Wahrheit:

Die Menschen, die wir vermissen oder denen wir folgen, weil wir mögen, was sie tun - diese Menschen sind die richtigen „Führer“ für uns!

Sie können uns helfen, heraus zu finden, was wir begehren. Was wir mögen und wie wir es tun können.

Wenn du ein Buch liest und darin eine faszinierende Geschichte findest, die der Autor erlebt oder kreiert hat, und du magst diese Geschichte, dann kann dieses Buch wie ein Kochbuch für dich sein. Es enthält ein Rezept und der „Koch“ des Buches zeigt dir, wie das „köstliche Mahl“ zubereitet wird und gelingt.

Zum Ende dieses Textes möchte ich auf einen dieser „Köche“ kommen: John P. Strelecky. Er schrieb eine Reihe von Büchern, unter anderem „Safari des Lebens“ und auch „The Big Five for Life“ - mein Favorit.

Seine Bücher haben mir wundervoll geholfen, herauszufinden, was ich wirklich will.

In seinen Büchern beschreibt er eine Methode, mit der man seine eigenen „Big Five for Life“ finden kann. Und er erzählt, was einen guten „Museumstag“ ausmacht.

Stell' dir vor, dass am Ende deines Lebens ein Museum eröffnet wird, in dem alle Momente deines Lebens ausgestellt werden. Wenn du 80 Prozent deines Lebens mit Dingen verbracht hast, die dir nicht wirklich gefallen haben, so werden eben diese Dinge im Museum zu sehen sein. Wenn du nur 2 Prozent mit den Menschen verbracht hast, die du liebst, mit denen du dein Leben verbringen möchtest, dann sind auch nur 2 Prozent des Museums mit diesen Erlebnissen gefüllt.

Das Museum wird also den Besuchern zeigen, wer du wirklich warst und was du wirklich getan hast.

Wenn du dir nun die Frage stellst „Wie soll mein Museum aussehen?“ dann kannst du diese Frage jeden Tag neu beantworten, indem du aus jedem Tag einen „Museumstag“ machst. Also Dinge so tust, wie sie dir gefallen. Dich um die Menschen kümmerst, mit denen du deine Zeit verbringen möchtest. In dem du dir Gedanken darüber machst, was die wirklich wichtigen und wahren Dinge in deinem Leben sein sollen und du darauf achtest, sie auch zu tun. Auch so zu sein, wie es die Besucher des Museums erfahren sollen.

Eine kleine Rechenaufgabe von John Strelecky mag dir dabei helfen, nicht länger zu sagen „Ja, richtig, aber im Moment habe ich noch keine Zeit dafür“:

Die duchschnittliche Lebenserwartung eines Deutschen liegt bei 80,89 Jahren, also nach oben gerundet bei 81 Jahren. Ziehe von dieser Zahl dein Lebensalter in Jahren ab. Die Zahl, die sich ergibt multipliziere mit 365 und dann hast du die voraussichtliche Lebenszeit, die dir noch bleibt, in Tagen.

Für die meisten Menschen ist es überraschend und erscheint eine erstaunlich geringe Anzahl an Tagen.

Ein guter Grund, ab sofort dafür zu sorgen, dass der heutige Tag ein guter Museumstag wird?!?

Ich wünsche dir viele wundervolle Museumstage!

P.S.: Die Bücher von John bekommst du in jeder guten Buchhandlung :-)

P.P.S.: John hat ein schönes Video zum Thema Museumstag gemacht: Hier gehts zum Video

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Telefon 0170-4845220

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